FWG fordert: Riesenbärenklau bekämpfen

Veröffentlicht am von FWG Schwalm-Eder

BEDBB1B0-72BC-4799-889C-F0476F4835D0Der Riesenbärenklau, auch bekannt als Herkulesstaude, ist in Zentraleuropa stark ausgebreitet.  Auch in unserer nordhessischen Heimat, und somit auch bei uns im Schwalm-Eder-Kreis wird er zu einem immer größeren Problem.

Er breitet sich auf unbewirtschafteten Flächen, wie an Bach- und Flußläufen, an Wegrändern, in Landschafts- und Naturschutzgebieten, auf Brachflächen und in und an Waldrändern vermehrt aus.

Die aus dem Kaukasus stammende Pflanze erreicht eine Höhe von bis zu 4m und produziert bis zu 30.000 Samen pro Pflanze pro Saison.

Sie unterdrückt und verdrängt einheimische Pflanzen und zerstört damit die von uns allen gewollte natürliche Artenvielfalt.

Hinzu kommt, dass die Pflanze eine erhebliche Gefahr für Menschen darstellt. Denn alle Pflanzenteile der Herkulesstaude enthalten Furocumarine, die bei Kontakt mit dem Pflanzensaft auf die Haut gelangen. Das kann bei starker Sonneneinstrahlung zu starken allergischen Reaktionen führen. Auf der Haut bilden sich eine halbe bis 2 Stunden danach Blasen, wie bei schweren Verbrennungen. Ein Augenkontakt kann sogar zur Erblindung führen.

Personengruppen wie Kinder, Spaziergänger, Radfahrer und Wanderer sind genau so wie Naturschützer, Jäger, Land- und Forstwirte, sowie Bauhofmitarbeiter einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt.

Deshalb ist auch eine fortlaufende Aufklärung der Bevölkerung beispielsweise in den Medien sehr wichtig.

Die Ausbreitung der Pflanze wird durch unser Fließgewässernetz begünstigt, da die Samen schwimmfähig sind. Die Samen der Pflanze gelangen aus kleinen Bächen in Fulda, Eder, Schwalm und Ems.

Aus Sicht der FWG ist eine Kartierung des Vorkommens der Herkulesstaude die Voraussetzung für eine wirksame Bekämpfung. Diese Kartierung sollte unter Einbeziehung und Mithilfe der Bevölkerung, und hier insbesondere von Landwirten und Jägern, sowie Natur- und Umweltverbänden, erfolgen. Somit weiß man künftig auch Jahre nach einer erfolgreichen Entfernung der Pflanzen an welchen Stellen durch im Boden vorhandene Samen möglicherweise neue Pflanzen wachsen könnten. Ein nachhaltiges Bekämpfungsmanagement ist hier sowieso erforderlich, so Kothe.

Die notwendigen Maßnahmen zur Kartierung, Beseitigung und nachhaltigen Bekämpfung werden viel Geld kosten und Jahre dauern.

Die Bekämpfung der Pflanze ist nicht einfach, da eine chemische Bekämpfung auf den Flächen nicht infrage kommt.

Kothe erklärte, dass er an einer Fortbildungsveranstaltung zur Bekämpfung des Riesenbärenklau teilgenommen habe. Die Erkenntnis war, dass manuell nur durch die Entfernung der Knolle, die sich wie bei der Zuckerrübe etwas unter der Erdoberfläche befindet, die Pflanze beseitigt werden kann. Dabei wird, wie bereits rund um den Edersee, seit Jahren mit einem speziell angefertigten Spaten die Pflanze unter der Knolle abgeschlagen. Das Tragen einer vollständigen Schutzkleidung ist dabei unbedingt erforderlich. Dort wo ein maschineller Einsatz möglich ist erzielte man gute Erfoge mit einem ein- bis zweimaligen Abfräsen der Fläche vor der Samenbildung. In einzelnen Gemeinden wie beispielsweise Homberg hat man schon gute Erfolge erzielt. Seit 2018 erfolgt auch eine Bekämpfung der Riesenbärenklaue im Bereich des FFH-Gebietes der Eder im Raum Fritzlar und Wabern. Weitere Maßnahmen sind in Planung. Auf Brachflächen in Knüllwald setzt man derzeit die Thüringer Waldziege zur Beweidung von Flächen ein. Eine mehrjährige Beweidung soll die Herkulesstaude verdrängen.

Aufgrund der von der Pflanze ausgehenden Gefährdung und ihrer aggresiven Ausbreitung, sowie  der erforderlichen mehrjährigen Bekämpfung  und weiteren Beobachtung ist hier ein übergeordnetes, systematisches Vorgehen erforderlich, um die betroffenen Kommunen und Privateigentümer nicht zu überfordern.

Deshalb stellen FWG und SPD folgenden Antrag::

Der Kreisausschuss wird gebeten, Maßnahmen zur Bekämpfung der invasiven Art Riesenbärenklau (auch Herkulesstaude genannt) zu initiieren (Kartierung, Beseitigung und nachhaltige Bekämpfung sowie ein entsprechendes Monitoring). Das hat in enger Kooperation mit dem Land Hessen zu erfolgen, das in jedem Fall die Grundeigentümer – sofern kein Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit vorliegen – vom Verursacherprinzip freistellen muss, da dies in diesem Fall absolut widersinnig ist. Ferner sollte das Land die Kartierung, Beseitigung und nachhaltige Bekämpfung sowie ein entsprechendes Monitoring finanzieren, zumindest jedoch fördern.

Zusätzlich beantragen wir, dass im zuständigen Ausschuss für Umwelt, Energie und Landwirtschaft fortlaufend, mindestens einmal jährlich, über den aktuellen Stand der Maßnahmen berichtet wird.

Beschluss: Der Kreistag hat den Antrag zur weiteren Beratung an den zuständigen Ausschuss überwiesen.39C13B5D-75D5-4B64-BCE3-A835FCD1220A