FWG fordert Schuldenprävention für Jugendliche

Veröffentlicht am von FWG Schwalm-Eder

Schuldenprävention muss im Kinder-bzw. Jugendalter beginnen. Wir als Kreis möchten das Land Hessen auffordern wichtige Bildungs- und Präventionsarbeit im Bereich der Schuldenprävention an Schulen des Schwalm-Eder Kreises zu unterstützen, finanzielle Mittel und Beratungs- oder Lehrkräfte zur Verfügung zu stellen. Es gibt einige Beispiele der Kooperation mit Trägern von Schuldnerberatungen, Stiftungen und Diakonie wo Fachkräfte Projektarbeit, Workshops, Seminare und im Fachstundenbereich der Schulen über Finanzkompetenzen, Schuldenfallen usw. mit den Schülern die Thematik vertiefen. Warum sollten wir uns hier schon um Schulden machen- im Kinder- und Jugendalter kümmern?

Lernen, wie man sinnvoll mit Geld und Kreditangeboten umgeht, ist nicht einfach. Elternhaus und Schule sind häufig mit der Vermittlung notwendiger Finanzkompetenzen überfordert. Aggresive Werbung und immer mehr Kauf- und Kreditangebote tun ihr übriges. Mindestens 3Mill. Haushalte gelten bundesweit als überschuldet, d.h. sie können ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr in vollem Umfang nachkommen. Kinder und Jugendliche dieser Haushalte sind davon besonders betroffen.

Vielen Menschen ermöglicht erst das Schulden machen, an dem teilzuhaben was für andere selbstverständlich ist: ein eigenes Auto, Möbel, Smartphone usw. Erlebnis- und Luxuskonsum sind ausgeprägter denn je, ein Schüler ohne das neuste Handy oder die angesagte Markenbekleidung ist schon fast „wie eine Fisch ohne Wasser“. Geld wird zu einer Art Schlüssel für soziale Teilhabe, denn für die meisten Freizeitaktivitäten benötigen sie Geld oder Konsumgüter.

Einer Kids Verbraucheranalyse des Bauer Verlages ist zu entnehmen, dass den rund 12 Mill. Mädchen und Jugen im Alter von 6bis19 Jahren weit über 20 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, gerade das ermöglicht häufig einen konsumorientierten Lebensstil, der mit einem unreflektierten Umgang mit Geld und der Vorstellung verbunden ist, dass dieser Lebensstil problemlos beibehalten werden kann.

Dabei fangen die Probleme nicht erst an, wenn erwachsene Menschen Zahlungsvereinbarungen treffen, die später durch widrige Umstände nicht eingehalten werden können. Probleme entstehen auch nicht erst, wenn 18jährige ihr Konto überziehen und Kredite aufnehmen dürfen. Die Grundlagen für einen sorgfältigen Umgang mit Geld werden schon viel früher gelegt, genau hier wollen wir mit unserem Antrag ansetzen und den Bildungsauftrag einfordern.

Im Bereich der Finanzkompetenz soll dazu beigetragen werden, die Kinder und Jugendlichen stark zu machen, „Werbung- Wünsche- Wirklichkeit“ klar zu definieren. Ziel muss es sein, Schülerinnen und Schülern frühzeitig und möglichst,– vor Eintritt der Geschäftsfähigkeit in ihrer Finanzkompetenz und Eigenverantwortlichkeit gestärkt und über Schuldenrisiken aufgeklärt zu werden. Sie sollen einen reflektierten Umgang mit ihren Konsumwünschen erlernen, Planungskompetenz erwerben und zur Risikoabschätzung befähigt werden. Langfristiges Ziel sollte sein, der Verschuldung von jungen Menschen , sowie der Überschuldung im späteren Erwachsenenalter vorzubeugen.

Bald16