Weiterbetrieb der Photovoltaikanlagen nach Ablauf der EEG-Vergütung muss sichergestellt werden

Veröffentlicht am von FWG Schwalm-Eder

Zum 1. Januar 2021 werden die ersten Photovoltaikanlagen aus der 20-jährigen EEG-Förderung herausfallen. In den Folgejahren folgen immer mehr Anlagen. Bis zum Jahr 2025 sind über 1 GWp Solarleistung davon betroffen.Photovoltaik_FWG_Utpatel

Nach den bisherigen gesetzlichen Regelungen in Deutschland haben Anlagenbetreiber nach EEG-Förderende keinen Anspruch auf Abnahme und Vergütung des erzeugten Stroms, erklärte der energiepolitische Sprecher der FWG-Kreistagsfraktion Lothar Kothe.

Die einzigen Möglichkeiten würden darin bestehen, den erzeugten Strom aus Ü20-Anlagen vollständig selbst zu verbrauchen oder direkt zu vermarkten. Beide Lösungen gehen mit erheblichen Zusatzinvestitionen und erhöhten jährlichen Betriebskosten und damit zunehmenden Risiken einher. Für jede Kilowattstunde Solarstrom, die eigengenutzt werden soll, muss zudem ein Anteil der EEG-Umlage (aktuell 40%) abgeführt werden. Damit bestünde die Gefahr, so Kothe weiter, dass voll funktionsfähige und robuste Photovoltaikanlagen frühzeitig abgebaut würden. Eine solche Situation würde den Grundsätzen einer ökologisch nachhaltigen und dringend notwendigen Energiewende im Strombereich und den Vorgaben der EU-Richtlinie 2018/2001 widersprechen.

Für die FWG Schwalm-Eder steht fest, dass funktionstüchtige PV-Anlagen auch nach Ablauf der EEG-Förderung ein wichtiger Bestandteil der Energiewende bleiben müssen und der erzeugte Strom unabhängig vom Alter der Anlage vom Netzbetreiber abgenommen werden muss.

Der Fortbestand wirtschaftlich nutzbarer Altanlagen muss gesichert werden, fordert FWG- Fraktionsvorsitzender Achim Jäger. Anlagenbetreiber und die Energiebranche warteten händeringend auf den Gesetzesentwurf, wie es nach dem Auslaufen der Einspeisevergütung weitergehen könne, bzw. welche Optionen dann für die PV-Anlagenbetreiber existieren werden.

Die FWG Fraktion im Kreistag des Schwalm-Eder-Kreises fordert, dass die EU-Richtlinie 2018/2001 zur Förderung Erneuerbarer Energien bis spätestens Jahresende 2020 in deutsches Recht umgesetzt und damit ein Weiterbetrieb der Anlagen ermöglicht wird. Der netzeingespeiste Strom sollte angemessen, mindestens mit dem Börsenstrompreis, vergütet werden.

Zusätzlich ist zu prüfen, ob auf die Erhebung der 40%igen EEG-Umlage bei Eigenverbrauch von Strom aus Altanlagen ganz oder zum Teil verzichtet werden kann, so FWG-Fraktionsvorsitzender Achim Jäger abschließend.